doxs! presseinformation

„Kinder und Jugendliche brauchen Kunst und Kultur. Künstlerische Aktivität und kulturelle Bildung sind wichtig für ihre Entwicklung: für eine differenzierte Wahrnehmung, Ausdrucksvermögen, die Ausbildung einer ästhetischen Intelligenz und schließlich für die Gestaltung des Lebens insgesamt... Wichtige Orte der Begegnung sind die Schulen. Sie spielen im Leben von Kindern und Jugendlichen eine zentrale Rolle.“

Aus dem NRW Landesprogramm „Kultur und Schule“

doxs! schule

Die medienpädagogische Arbeit von doxs! wird 2006 weiter ausgebaut und intensiviert: doxs! startet mit Unterstützung vom NRW Programm Kultur und Schule an drei Offenen Ganztagsgrundschulen und einer Hauptschule in Duisburg in das Schuljahr 2006/07. Ausserdem wird doxs! auf der Duisburger Filmwoche (6. - 12. November 2006) den ersten Film vorstellen, der gemeinsam mit Jugendlichen realisiert wurde („5 in 8 noch 2“). doxs! deckt damit sowohl reflexive Medienpädagogik und Filmerziehung ab als auch das praktische Lernen durch die konkrete Arbeit mit Film (doxs! do it). In allen Projekten steht der kommunikative Aspekt - sich über dokumentarische Bilder auszutauschen - im Vordergrund.

Filmdreh mit Jugendlichen: doxs! do it – Ich wünsch' mir einen Beruf

doxs! do it widmet sich der praktischen Filmarbeit mit Jugendlichen. 6 Monate lang haben die Schüler mit dem Filmemacher Volker Köster gemeinsam einen Film realisiert, der ihre Berufswünsche und ersten Arbeitserfahrungen dokumentiert.

doxs! do it verschränkt die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Berufslaufbahn mit der konkreten Arbeit an einem Film. Drehbuch, Kameraeinstellungen, Szenen und Inhalte entwickeln die Schüler gemeinsam mit dem Filmemacher. Am Anfang stehen ihre Wünsche und Ideen, mit denen sie sich der realen Situation auf dem Arbeitsmarkt stellen müssen: Man möchte Fußballer, Schauspielerin, KFZ-Mechaniker werden oder man weiß es einfach noch nicht... Der „Werdegang“ – vom Besuch des Berufsinformationszentrums bis zur eigentlichen Arbeit – wird filmisch begleitet und festgehalten. Im Anschluss wird das Material gesichtet und diskutiert. Die Schüler können sich selbst beobachten und erleben zugleich die verschiedenen Phasen, die für den Entstehungsprozess eines Films entscheidend sind: Vom Drehbuch über Kameraarbeit zum Selektionsverfahren über den Schnitt bis zur entscheidenden Rolle des Tons. Welche Musik erzeugt welche Wirkung? Wo möchte man einen Kommentar zu den Bildern sprechen? Die „doppelte“ Praxiserfahrung ermöglicht einen anderen Blick – auf sich selbst, auf seine unmittelbare soziale Umwelt und auf den Medienalltag (hinter den Fernsehbildern stehen Personen oder Teams, die ihren eigenen Blick auf die Ereignisse werfen, eine Auswahl treffen müssen und über Einsatz von z.B. Musik bestimmte Emotionen hervorrufen). Dabei werden zugleich soziale und kommunikative Kompetenzen geschult: Wie nehme ich mich wahr, wie nehmen mich die anderen wahr, wie nehme ich die anderen wahr? Für einen sensiblen Umgang mit Bildmedien ist das Wissen um die konkrete Produktionsarbeit wegweisend. Zum vielfach eingeforderten Erwerb von Medienkompetenz gehört neben einer „Schule des Sehens“ folgerichtig der praktische Umgang mit den Bildmedien und Apparaturen: Die „Magie“ der Bilder wird aufgebrochen, und ein Stück Wirklichkeit taucht auf: Filme machen ist Arbeit und funktioniert nach bestimmten Regeln.

Der im Rahmen von doxs! do it entstandene Kurzfilm „5 in 8 noch 2“ wird im Jugendprogramm der Duisburger Filmwoche präsentiert.
Ein Film von und mit Bojamin Mamuti, Betül Koc, Daniel Hildebrandt, Zeynep Lacin, Sandra Stoppelkamp
Projektbetreuung: Volker Köster (Filmemacher, Oberhausen)

doxs! schule

doxs! bietet Kontinuität: Seit gut einem Jahr wird an zwei Offenen Ganztagsgrundschulen regelmäßig Medienarbeit geleistet. 2006/2007 wird doxs! mit drei Ganztagsgrundschulen in Duisburg zusammenarbeiten: Die „Schule des Sehens“ umfasst das gemeinsame Schauen von Filmen sowie das Sprechen über das Gesehene. Wie formuliere ich meine Eindrücke? Mit welchen Mitteln arbeitet der Film? Welche Besonderheiten machen einzelne Filmgenres aus? Der spielerische Erwerb sprachlicher Kompetenzen, einer gemeinsamen Filmsprache, steht hierbei im Vordergrund. Insbesondere der Dokumentarfilm ermöglicht Anknüpfungspunkte an die konkrete Lebenswelt der Kinder: Wie gehen andere Kinder mit alltäglichen und außergewöhnlichen Problemen um? Wie lebt es sich in einer anderen Kultur? Auch filmpraktisch machen die Kinder erste Erfahrungen: Die Kinder erstellen kurze Trickfilmsequenzen mit der trickboxx, basteln Daumenkinos und Wendebilder und werden mit der filmischen Technik spielerisch vertraut gemacht.

Das Engagement im Offenen Ganztag zeigt deutlich, dass sinnvolle Medienarbeit und kulturelle Bildung nicht in wenigen Tagen geleistet werden kann, sondern Zeit und Ausdauer benötigt – insbesondere bei Schulen mit Kindern aus sozial und kulturell heterogenen Kontexten. Der zeitliche Rahmen des Offenen Ganztags ermöglicht einen wichtigen ersten Schritt, um kulturelle Bildung und Filmbildung im Schulalltag zu integrieren. Für doxs! als externen Kooperationspartner bedeutet die Zusammenarbeit zudem, den Spagat zwischen kulturellen und schulischen Organisationsstrukturen zu meistern. Dieser Herausforderung wird sich doxs! – unterstützt von der Stadt Duisburg und den kooperierenden Trägern – auch 2006/2007 stellen. doxs! geht gerne zur Schule!

Kooperierende Träger: Evangelisches Familienbildungswerk, Fabrik Duisburg e.V., Rapunzel Kinderhaus e.V.
Förderer: NRW Programm Kultur und Schule

Kontakt

Duisburger Filmwoche
c/o VHS der Stadt Duisburg
Am König Heinrich Platz
D ­ 47049 Duisburg
Ansprechpartner:
Simone Scheidler
Tel: (+49) 0203 / 283-4164, -4187
E-Mail: scheidler@duisburger-filmwoche.de

Presse:
Jessica Manstetten
Tel. (+49) 0203 / 283-3603
E-mail: manstetten@duisburger-filmwoche.de