45. Duisburger Filmwoche - doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche #20 - 10. bis 14.11.2021

Freitag, 12.11.2021

10.00 Uhr

Buchpräsentation

Durchlässige Blicke, offene Irritationen. Grenzfälle des Dokumentarischen in den Arbeiten Merle Krögers und Philip Scheffners

Kooperation mit der dfi – Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW

„What kind of film do you want to shoot?“ fragt ein freundlicher Beamter Philip Scheffner zu Beginn von THE HALFMOON FILES. Mit Stift und Formular vor sich bittet er um Kategorisierung. Die filmische Praxis Scheffners und die literarischen Verfahren in Merle Krögers Texten fordern Labels und feste Zuordnungen heraus. Sie interessieren sich für unabgeschlossene Prozesse – schaffen künstlerische Interventionen, die das Sprechen in Gewissheiten herausfordern. Insbesondere die Trennlinie zwischen Fiktion und Dokumentarischem wird dabei undeutlich. Denn wuchern Fiktionen nicht in allen Bildern? Sind Recherchen nicht ein Fahnden nach sich überlappenden Realitäten? Im Gespräch mit Brigitta Kuster gehen Merle Kröger und Philip Scheffner diesen und weiteren Fragen nach.

12.00 Uhr

Taming the Garden

von Salomé Jashi
DE/CH/GE 2021 | Farbe | 92 Min.

Taming the Garden von Salomé Jashi Vogelgezwitscher und Kettensägen im von Rauchschwaden durchzogenen Waldidyll. Schicht für Schicht erfolgt die Entwurzelung eines jahrhundertealten Baumes. „Wie im Märchen“ erscheint dessen mühevoller Abtransport den Dorfbewohner:innen, die angesichts der Vereinnahmung ihrer Heimat durch einen Einzelnen sowohl staunen als auch trauern. Übrig bleiben etwas Geld, zerstörte Landschaften und ein vorsichtiges Raunen über den Mann, dessen Geld Bäume versetzt.

15.00 Uhr

Zuhurs Töchter

von Laurentia Genske, Robin Humboldt
DE 2021 | Farbe | 89 Min.

Zuhurs Töchter von Laurentia Genske, Robin Humboldt Copyright Humboldt GenskeIn den wenigen Quadratmetern ihrer Geflüchtetenunterkunft und in den Clubs der Stadt nehmen sich Mahmoud und Lohan eine neue Freiheit. Musik, Style, Pose. Die syrischen Geschwister können in Deutschland das sein, was sie sind: Frauen. Mutter Zuhur ist das Aussehen und Auftreten ihrer beiden Söhne, die jetzt ihre Töchter sind, unangenehm. Sie denkt an die Tradition und die Community. Aber es sind ihre Kinder. „Wir verlassen uns auf Gott und schauen, was passiert.“

18.00 Uhr

Augusts Orte

von Valérie Pelet
AT 2021 | Farbe | 41 Min. | Uraufführung

Augusts Orte von Valérie Pelet, Copyright Valérie PeletDie Hitze drückt und die Geschichte. Im europäischen Urlaubsmonat fährt die Filmemacherin von Marokko nach Österreich, sie folgt der Fluchtroute ihres Schwagers. Zwischen Reisefreiheit und Bewegungslosigkeit, aktuellen Urlaubsbildern und gefährlichen Grenzüberquerungen, historischen und persönlichen Grenzgeschichten begibt sich der Film an die Orte des Geschehens. Eine surreale wie reale Gleichzeitigkeit in einem nicht für alle grenzenlosen Europa.

20.00 Uhr

Krai

von Aleksey Lapin
AT 2021 | Farbe | 123 Min.

Krai von Aleksey Lapin„Wann fahren wir zurück nach Wien?“ – „Wenn das Projekt beendet ist.“ Der Regisseur dreht einen historischen Film über sein Heimatdorf an der russisch-ukrainischen Grenze. Die Bewohner:innen bewerben sich als Mitwirkende. Aber ist dieses Projekt überhaupt real? Oder nur eine Fiktion, um die Realität des Ortes zu erkunden? Fragmente des Alltags fädeln sich auf. Begegnungen, Zufälle, Inszenierungen. Ein Auto bleibt liegen, der Strom fällt aus. Ein Porträt als Casting. Ein mäanderndes, magisches Making-of.

23.15 Uhr

Là où nous sommes

von Amélie Bargetzi
CH 2020 | Farbe | 36 Min. | Deutsche Erstaufführung

Là où nous sommes von Amélie Bargetzi Ambivalenzen einer Hafenstadt: Im südfranzösischen Fos-sur-Mer liegen Idylle und Industrie nah beieinander. Kinder spielen am Strand, während in Sichtweite Chemiefabriken und Raffinerien die Luft und das Wasser vergiften. Aber: Hier gibt es Arbeitsplätze – und Nistplätze für Vögel. Die Natur stemmt sich gegen die Verschmutzung und feiert kleine Erfolge. Aus dem Off melden sich die Einheimischen zu Wort: „Wer bist du, schlecht über das zu reden, was mein Leben ist?“