HANDELN
  • 5.–11. November 2018 im filmforum am Dellplatz
  • das festival des deutschsprachigen dokumentarfilms
  • doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche 17

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Trailer der Filmwoche von Ruth Beckermann

Duisburg, 1. Oktober 2018

Ein Labyrinth aus Projektionen. Wir bedanken uns bei Ruth Beckermann für den Trailer zur 42. Duisburger Filmwoche.
Courtesy of Peter Kogler

KULENKAMPFFS SCHUHE ist Eröffnungsfilm

Duisburg, 24. September 2018

Kulenkampffs Schuhe Vater Regina Anschauen Copyright zero one film, privat
© zero one film, privat

Die Filmwoche eröffnet am Montag, den 5.11., um 21:00 Uhr, mit KULENKAMPFFS SCHUHE von Regina Schilling – ein Fernsehfilm mit Kinoformat. Der Film ruft Erinnerungen wach an Samstagabende mit vom Wirtschaftswunder ermatteten Eltern vor den Empfänger: Kulenkampff, Alexander und Rosenthal sind so alt wie Papa. Sie bieten neuartige Zerstreuung, kleinbürgerliche Selbstvergewisserung, Therapie für ein Land in Amnesie. In Versprechern, Unbeholfenheiten, Subtilitäten wiegt die beschwiegene Vergangenheit gleichwohl schwer auf der leichten Unterhaltung und ihren Zuschauern. Deutsche Geschichte anhand der Geschichte dreier Showmaster und der Familie der Filmemacherin. Festivalleiter Werner Ružička ist überzeugt, gemeinsam mit der Auswahlkommission die richtige Wahl für den Eröffnungsfilm getroffen zu haben: "Ein Fernsehfilm zur Eröffnung? Aber ja, wenn er denn gut ist. Und dieser ist richtiges Dokumentar-Kino. So gut kann also Fernsehen sein – wenn es denn will. Oder darf."

In KULENKAMPFFS SCHUHE werden gleich mehrere Themen, die die Filme dieser Filmwoche prägen, aufgenommen, werden rote Fäden des Programms angedeutet und verwoben. Die Sujets der Publizität, der Familie und der Konstruktion von Geschichtsbewusstsein, die der Eröffnungsfilm kunstvoll vereint, ziehen sich durch das gesamte Programm. Dass viele Filme das Entstehen von Öffentlichkeit thematisieren, diese als Ort der Verständigung und der Entwicklung von Meinungen und Haltungen thematisieren, fällt in diesem Jahr besonders ins Auge. Die Filmwoche fühlt sich durch diese thematische Zurichtung künstlerisch hervorragender Filme in ihrem Format des offenen Dialogs bestätigt. " Öffentlichkeit muß man schaffen, Öffentlichkeit muss man nutzen – Duisburg ist der Ort dafür. Für die Verhandlung der dokumentarischen Kunst", so Ružička.

Atelier de Conversation in der VHS Duisburg

Duisburg, 24. August 2018

Erst im Centre Pompidou, jetzt in der Stadtbibliothek Duisburg: Atelier de Conversation im Programm der VHS Duisburg.
Austausch üben, in einer fremden Sprache allzu vertraute Bilder voneinander erproben: Das durch den ARTE-Dokumentarfilmpreisträger 2017 "Atelier de Conversation" bekannt gewordene Format einer Gesprächswerkstatt findet ab dem 4. September jeden Dienstag in der Lernkabine der Stadtbibliothek Duisburg statt. Eingeladen sind alle, die Deutsch lernen, die auf Deutsch sprechen möchten oder keine Gelegenheit haben, ihr Deutsch auszuprobieren. Mehr Infos hier.

Atelier  de Conversation

Trauer um Klaus Wildenhahn

Duisburg, 14. August 2018

Wir trauern – Klaus Wildenhahn starb am 9. August in Hamburg im Alter von 88 Jahren. Er prägte den deutschen Dokumentarfilm seit den 1960er-Jahren als Regisseur, Lehrer, Fernsehredakteur. Er war Mitbegründer der Duisburger Filmwoche und lange Mitglied ihrer Auswahlkommission.

"Der Verlust schmerzt. Die Duisburger Filmwoche verdankte Klaus Wildenhahn nicht nur eine Reihe großartiger Dokumentarfilme – viele davon aus dieser Region –, sondern loyale und beständige Unterstützung unserer Idee. Die Bilder der Menschen in ihrer Zeit, die er diesem Land schenkte, sind kostbare Erinnerung, für immer gültig", so Festivalleiter Werner Ružička.

v.l.  Rainer Komers, Günter Westerhoff, Klaus Wildenhahn, Werner Ružička
  Foto: Paul  Hofmann, 5. Duisburger Filmwoche, 14.11.1981
v.l. Rainer Komers, Günter Westerhoff, Klaus Wildenhahn, Werner Ružička
Foto: Paul Hofmann, 5. Duisburger Filmwoche, 14.11.1981

Erste Sichtung und Plakatmotiv

Duisburg, 13. Juli 2018

Vor ein paar Tagen endete unsere erste Sichtungswoche – die Bilder des filmischen Handelns und außerfilmischen Geschehens haben Eindrücke hinterlassen. Sie zeugen davon, dass Handlungen wahrscheinlicher, wo ihre Bedingungen – etwa als Schlagbäume – schon wahrnehmbar sind. Dass Gegenwart fragiler wird, wenn ihre Voraussetzungen auf der Leinwand – etwa als mutig erprobte Sprechweise – Kontur gewinnen. In öffentlicher Geschichte wie privaten Geschichten: Grenzen werden sichtbarer, Prädestination vernehmlich.

Rufen wir nun nach Aktion? Oder passt das schlecht in unserem Sommer? Wir warten schonmal. Wenn es passiert, wären wir auf jeden Fall dabei.

Die Veränderung und das Ausharren liegt in den Bildern. Wir freuen uns deshalb auf Filmeanmeldungen für die 42. Duisburger Filmwoche, die weiterhin hier eingereicht werden können.

Ende August kommt die Auswahlkommission dann ein zweites Mal zusammen und entscheidet über die endgültige Filmauswahl. Neben Festivalleiter Werner Ružička, der diese Aufgabe in diesem Jahr das letzte Mal übernimmt, sind das die Berliner Regisseurin Henrike Meyer, die Bochumer Kuratorin, Dozentin und Autorin Katrin Mundt, der Zürcher Filmwissenschaftler Till Brockmann, der Kölner Dozent und Festivalkurator Sven Ilgner und der Wiener Filmkritiker und -wissenschaftler Joachim Schätz.

Bis Eigenheit, Dringlichkeit und Seltsamkeit des Handelns in der ersten Novemberwoche in dokumentarischen Bildern zu sehen sind, kündet davon unser Plakatmotiv zur 42. Duisburger Filmwoche. Entworfen hat es unser Grafiker Tilman Lothspeich. Das Foto ist von Julia Krämer.

 

"Eberhard Fechner - ein deutscher Erzähler". Tagung der Stadtbibliothek Duisburg und der Duisburger Filmwoche im Rahmen der 39. Duisburger Akzente

Duisburg, 13. März 2018

16.3.2018, 20:00 Uhr: Einführender Vortrag von Prof. Dietrich Leder, Kunsthochschule für Medien Köln, Filmvorführung NACHREDE AUF CLARA HEYDEBRECK

17.3.2018, 10:00–16:30 Uhr: Vorträge von Prof. Dietrich Leder, Dr. Simone Emmelius, Angela Haardt, Dr. Julia Schumacher, Dr. Jan-Pieter Barbian, Dr. Torsten Musial, Fritz Wolf,
Tagungsleitung: Dr. Jan-Pieter Barbian und Werner Ružička

Eberhard Fechner (1927–1992) zählt zu den bedeutendsten Filmemachern der deutschen Filmgeschichte. Nach seinen Anfängen als Schauspieler und Regisseur am Theater hat er seit der Mitte der 1960er-Jahre mit seinen Filmen, die zwischen Dokumentation und Fiktion changieren, Millionen von Fernsehschauern erreicht. Im Zentrum stand dabei die deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert: vom Wilhelminischen Kaiserreich über die Weimarer Republik und die NS-Diktatur bis zur frühen Bundesrepublik Deutschland. Sein Interesse galt jedoch nicht den in der Öffentlichkeit agierenden Politikern oder sonstigen Prominenten, sondern stets den einfachen Menschen, die als Zeitgenossen auf die Folgen der Irrwege und Katastrophen der deutschen Politik reagieren mussten - sei es als betroffene Opfer, als passive "Mitläufer", als überzeugte Handelnde oder als gewissenlose Täter. Aus Fechners in zahlreichen Interviews gesammelten Lebenserfahrungen und mit seinen daraus entwickelten Filmen ist ein einzigartiges Panorama entstanden, das eine genauere Beschäftigung ver-dient. Die Tagung geht sowohl auf die Biografie Fechners als auch auf zentrale Aspekte seines Filmschaffens ein.

Das Tagungsprogramm finden Sie hier.

Goethe-Institut Brüssel zeigt ATELIER DE CONVERSATION

Duisburg, 10. März 2018

Am 12. März  zeigt das Goethe-Institut Brüssel in Kooperation mit der Filmwoche den letztjährigen Arte-Preisträger ATELIER DE CONVERSATION. Werner Ružička und Regisseur Bernhard Braunstein sprechen nach der belgischen Premiere mit Cristina Nord über den Film und seine "ebenso komplexe, insistierende, neugierige, formal klare aber doch tiefgreifende filmische Form" (aus der Jurybegründung).

Die Filmwoche ist als eines von drei wichtigen deutschen Filmfestivals jährlich in Brüssel zu Gast - die andere sind das Forum der Berlinale und DOK Leipzig. 

Werner Ružička erhält Ehrenpreis des Verbands der deutschen Filmkritik

Duisburg, 20. Februar 2018

Im Rahmen der 68. Berlinale wurde der Festivalleiter der Filmwoche am 19. Februar mit dem Ehrenpreis des Verbands der deutschen Filmkritik ausgezeichnet.

In seiner Laudatio führte der Regisseur und langjähriger Begleiter der Filmwoche Pepe Danquart aus: "Getragen von seinem Erkenntnisinteresse am Besonderen der jeweiligen Filme, die er mitbringt, seine Hinweise auf das nicht Vordergründige, das leicht Übersehbare, auf das noch nie Gesehene bei diesem oder jenen - obwohl oft gesehenen - Film. […] Werner begeistert mit seinem Charme, seinem schon beschriebenen performativen Vermögen und seinem Humor wie kein anderer junge Leute für den Dokumentarfilm."

Motto der 42. Duisburger Filmwoche & Ehrenpreis für Werner Ružička

Duisburg, 1. Februar 2018

Die 42. Duisburger Filmwoche findet in diesem Jahr vom 5. bis 11. November unter dem Motto "HANDELN" statt. Das Motto der Filmwoche lädt zu vielfältigen Deutungen ein und ist der diskursive Rahmen des Festivals statt Kriterium für die Filmauswahl.

Die Duisburger Filmwoche versteht sich weniger als Marktplatz für Filme, auf dem diese gehandelt werden, denn als Ort der Debatte, an dem Fragen über das Dokumentarische verhandelt werden.

Handeln heißt Vorgehen: Wir laden dazu ein, "HANDELN" als Aufforderung zu verstehen, aktiv zu werden: mit dem Blick zu entdecken, mit den anderen in Kontakt zu kommen – öffentlich. Wir wollen das dokumentarische Sehen auf das politische und individuelle Handeln hin befragen: Ist es sein Ersatz, seine Bedingung, mit ihm identisch? Im Nacheinander von passiv-versunkenen Schauen und aktiv-engagiertem Sprechen, den ungleichen Handlungsweisen des Wahrnehmens und Redens, widmen wir uns diesen offenen Fragen.

Als Ansporn für unser Handeln in diesem Jahr begreifen wir eine besondere Wertschätzung, die Festivalleiter Werner Ružička in wenigen Tagen erfahren wird. Ružička wird am 19. Februar im Rahmen der Berlinale den Ehrenpreis der deutschen Filmkritik erhalten. Der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Kritikern vergeben wird, zeichnet Ružička für seine Verdienste um die dokumentarische Filmkultur in Deutschland aus. Der Verband teilt mit: "Als Widerständler gegen die Konsensbildung hat er sich in seiner über 40-jährigen Schaffenszeit dem Dokumentarfilm intellektuell rigoros und leidenschaftlich wie kaum ein anderer verschrieben."

Werner Ružička wird die Duisburger Filmwoche in diesem Jahr letztmalig als Festivalleiter verantworten. Den Ehrenpreis der deutschen Filmkritik empfindet er als besondere Auszeichnung: "Es ist mir wirklich eine große, unerwartete Ehre. Die Anerkennung gilt natürlich gleichermaßen der Filmwoche und all denen, die in den vielen Jahren an diesem wunderbaren Festival mitgebaut und mitgehandelt haben."