Hinschauen, einen Raum schaffen, Gemeinschaft stiften: Heidi Specognas Werk als Dokumentarfilmerin ist so offen wie vielseitig. Bei der 43. Duisburger Filmwoche sprach der Schweizer Dokumentarfilm-Regisseurin im Rahmen des 3sat-EXTRAS mit Filmjournalist Frédéric Jaeger. Ein Video des Gesprächs ist nun auf der 3sat-Homepage abrufbar.

Heidi Specogna im Gespräch mit Filmjournalist Frédéric Jaeger

Die Regisseurin spricht anlässlich von Ausschnitten aus vier ihrer Filme über viele verschiedene Aspekte ihrer Arbeit. Am Anfang über den Start ihrer Karriere, als sie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin alle Möglichkeiten des Filmemachens kennenlernte – auch die experimentelle Erforschung analogen Films.

Anhand ihrer ersten Arbeit für Das kleine Fernsehspiel des ZDF, „Tamara La Guerrillera“ (1991) und „Eine Familienangelegenheit“ (2004) erläutert Specogna dann ihr Verhältnis zu den Protagonisten ihrer Filme. Die Filmemacherin erklärt ferner, wie wichtig manchmal ein Schlüsselsatz zum Verkaufen eines Themas und eines Films ist. Bei „Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez“ (2006) etwa war es: „Der erste amerikanische Soldat, der im Irak-Krieg im Gefecht gefallen ist, stammt aus Guatemala“. Es war der Film für den Specogna so schnell wie bei keinem anderen das Produktionsgeld zusammenbekam.

Auf die Fragen von Jaeger hin berichtet Specogna vom Problem der Schubladen, in die Filmemacher*innen von Kritiker*innen und Redakteure*innen gerne gesteckt werden. Und sie erklärt, worin für sie persönlich der Unterschied zwischen gut und nicht gut „riechenden“ Filmen besteht. Am Ende des Gesprächs zeigt Heidi Specogna einen Ausschnitt aus „Pepe Mujica - Der Präsident“ (2014) und reflektiert darüber, wie wichtig es ist, authentische, aber schwierige Momente „auszuhalten“ – aber dass man „einstecken“ muss, um wahrhaftig zu zeigen, was passiert: „Der andere zeigt sich nur, wenn auch ich mich zeige.“