Die 42. Duisburger Filmwoche findet in diesem Jahr vom 5. bis 11. November unter dem Motto „HANDELN“ statt. Das Motto der Filmwoche lädt zu vielfältigen Deutungen ein und ist der diskursive Rahmen des Festivals statt Kriterium für die Filmauswahl.

Die Duisburger Filmwoche versteht sich weniger als Marktplatz für Filme, auf dem diese gehandelt werden, denn als Ort der Debatte, an dem Fragen über das Dokumentarische verhandelt werden.

Handeln heißt Vorgehen: Wir laden dazu ein, „HANDELN“ als Aufforderung zu verstehen, aktiv zu werden: mit dem Blick zu entdecken, mit den anderen in Kontakt zu kommen – öffentlich. Wir wollen das dokumentarische Sehen auf das politische und individuelle Handeln hin befragen: Ist es sein Ersatz, seine Bedingung, mit ihm identisch? Im Nacheinander von passiv-versunkenen Schauen und aktiv-engagiertem Sprechen, den ungleichen Handlungsweisen des Wahrnehmens und Redens, widmen wir uns diesen offenen Fragen.

Als Ansporn für unser Handeln in diesem Jahr begreifen wir eine besondere Wertschätzung, die Festivalleiter Werner Ružička in wenigen Tagen erfahren wird. Ružička wird am 19. Februar im Rahmen der Berlinale den Ehrenpreis der deutschen Filmkritik erhalten. Der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Kritikern vergeben wird, zeichnet Ružička für seine Verdienste um die dokumentarische Filmkultur in Deutschland aus. Der Verband teilt mit: „Als Widerständler gegen die Konsensbildung hat er sich in seiner über 40-jährigen Schaffenszeit dem Dokumentarfilm intellektuell rigoros und leidenschaftlich wie kaum ein anderer verschrieben.“

Werner Ružička wird die Duisburger Filmwoche in diesem Jahr letztmalig als Festivalleiter verantworten. Den Ehrenpreis der deutschen Filmkritik empfindet er als besondere Auszeichnung: „Es ist mir wirklich eine große, unerwartete Ehre. Die Anerkennung gilt natürlich gleichermaßen der Filmwoche und all denen, die in den vielen Jahren an diesem wunderbaren Festival mitgebaut und mitgehandelt haben.“