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Eröffnungsfilm und erste Wettbewerbsbeiträge

23. September 2019

„An die Leute, die nicht an den Klimawandel glauben: Fangt mal an Euer Geld zu zählen und dabei die Luft anzuhalten.“

HAMBI – Der Kampf um den Hambacher Wald
Foto: Michael Goergens

HAMBI – Der Kampf um den Hambacher Wald wird am 4. November 2019 die 43. Duisburger Filmwoche eröffnen. In dem Film von Lukas Reiter (Redaktion ZDF/Das Kleine Fernsehspiel) treffen entgegengesetzte Blickwinkel aufeinander: Oben in den Baumhäusern und unten bei den Polizeiaufmärschen, bei den Protestliedern umgeben von gepanzerten Fahrzeugen im Waldstück Hambacher Forst. Es wird mit schwerem Gerät geräumt. An diesem Ort kulminiert der Konflikt um die Zerstörung der Natur durch den RWE-Konzern und den friedlichen Widerstand.

Unter den insgesamt 24 Filmen im Programm des Festivals finden sich außerdem aktuelle Produktionen von in Duisburg bereits bekannten Namen wie Thomas Heise, Lukas Marxt, Bernd Schoch oder Katrin Schlösser. Daneben werden zahlreiche junge Filmschaffende, etwa Katharina Kraft, Therese Koppe oder Matthias Lintner, erstmals Arbeiten in Duisburg vorstellen.

„Die Auswahl setzt neue Akzente und bleibt zugleich der Tradition des Festivals treu, eigenwilligen Positionen Raum zu geben. Neugierig machen die vielfältigen ästhetischen Zugänge und persönlichen Handschriften der Autor*innen – quer durch die Generationen, Länder und Produktionskontexte“, erklären Gudrun Sommer und Christian Koch, das Leitungsteam des Festivals.

Folgende Dokumentarfilme stehen außerdem für das Programm der 43. Filmwoche fest: Bewegung eines nahen Bergs von Sebastian Brameshuber (AT,FR 2019, 85′), Fortschritt im Tal der Ahnungslosen von Florian Kunert (DE 2019, 67′), Im Stillen Laut von Therese Koppe (DE 2019, 73’), Madame von Stéphane Riethauser (CH 2019, 94′) und Taste of Hope von Laura Coppens (CH, DE 2019, 71′). Anfang Oktober veröffentlicht das Festival das gesamte Programm der 43. Duisburger Filmwoche.

 

PROGRAMMVORSCHAU

In Bewegung eines nahen Bergs von dem österreichischen Regisseur Sebastian Brameshuber geht es um Rohstoffe, Verwertungsketten und Heimat. Der selbstgelernte Mechaniker Clifford betreibt unweit einer Erzmine in den Steirischen Alpen eine Autowerkstatt. Er kauft Autos an und handelt mit ihnen: Entweder er versilbert sie im nahen Grenzgebiet zu Ungarn oder schlachtet die PKW aus, um die Ersatzteile in seine nigerianische Heimat zu verkaufen.

Bewegung eines nahen Bergs
Foto: Filmgarten

 

Fortschritt im Tal der Ahnungslosen zeigt zunächst irritierende Bilder: Syrische Asylbewerber fahren mit einem Trabbi durch Ostsachsen, hissen kichernd und in FDJ-Uniform die DDR-Flagge und präsentieren Mähdrescher aus dem Kombinat „Fortschritt“. In das Tal, in dem der Film spielt, drang zu DDR-Zeiten kein Westfunk vor. Nun sind dort Fremde angekommen, die mit den Dortgebliebenen die Geschichten des jeweils anderen erkunden. Fortschritt im Tal der Ahnungslosen ist der Abschlussfilm von Florian Kunert an der Kunsthochschule für Medien Köln.

Fortschritt im Tal der Ahnungslosen

 

In Im Stillen Laut von Therese Koppe öffnet sich eine Kellertür, der Blick fällt auf bunte Skulpturen, dann weites Land. Gefängnis, Kunst, Freiheit – zwischen diesen Polen bewegen sich die Biographien von Erika und Tine, 81, und seit 40 Jahren ein Paar. Mehr leise als laut erzählen ihre Fotografien, Videoaufnahmen, Tagebuchnotizen und Briefe von kreativer Verwirklichung, Liebe und selbstgeschaffenen Freiräumen vor und nach der Wende.

Im Stillen Laut
Foto: Filmuniversität Babelsberg

 

Madame von dem schweizerischen Filmemacher Stéphane Riethauser ist ein doppeltes Portrait. Von Caroline, der hochbetagten Grand Dame und Geschäftsfrau, und Stéphane, dem geliebten Enkel und Regisseur des Films. Gegen die Gesetzlichkeiten ihrer bourgeoisen Genfer Familie wollte sie keine Gattin sein und er kein „echter“ Mann. Aus alten und jüngeren Archivaufnahmen treten zwei Menschen hervor, die schillern im Grau der Konvention.

Madame

 

Die in Bern lebende Regisseurin Laura Coppens beschreibt in Taste of Hope das hoffnungsvolle Engagement von Arbeiterinnen und Arbeitern einer Teefabrik, nachdem ein Großkonzern längst anderswo billigere Arbeitskraft gefunden hat. Organisiert zur Kooperative betreibt die Belegschaft der Teefabrik ihre Produktion und ihr Geschäft weiter. Immer auf der Schwelle zwischen sozialer Mission und pragmatischer Profitmaximierung, diskutieren die Arbeiter gemeinsam, nach welchen Regeln sie spielen wollen.

Neuer Preis für den kurzen und mittellangen Film

Duisburg, 30. August 2019

Die Duisburger Filmwoche schärft das Profil ihrer Wettbewerbe. Zusätzlich zu den renommierten Auszeichnungen, die ARTE und 3sat auf dem Festival vergeben, wird zukünftig der Preis der Stadt Duisburg die kurze oder mittellange Form würdigen. Für die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung sind alle Festivalbeiträge mit einer Länge von bis zu 65 Minuten nominiert. Eine in diesem Jahr neu eingerichtete Jury wird sowohl über diesen neuen Preis als auch über die Carte Blanche – Nachwuchspreis des Landes NRW entscheiden.

„Der kurze und mittellange Film war in Duisburg schon immer integraler Bestandteil des Festivals, musste aber, in Hinblick auf Auszeichnungen, mit allen Beiträgen im Programm konkurrieren,“ so das Leitungsduo der Filmwoche Gudrun Sommer und Christian Koch. „Der Preis der Stadt Duisburg kann hier einen neuen Akzent setzen – für die ästhetische Eigenständigkeit und Eigenwilligkeit dieser vielfältigen dokumentarischen Praxis.“

Die erste Jury für den Preis der Stadt Duisburg und die Carte Blanche – Nachwuchspreis des Landes NRW ist mit der Kunsthistorikerin, Kuratorin und Autorin Claudia Slanar aus Wien, David Wegmüller, Programmer bei den Solothurner Filmtagen, sowie dem Kölner Produzenten und Filmemacher Stefan Höh besetzt.

Der 3sat- und der ARTE-Dokumentarfilmpreis sind weiterhin die Hauptpreise der Duisburger Filmwoche. Sie gehen an lange Dokumentarfilme und werden ebenfalls von hochkarätig besetzten Jurys vergeben. Mit der klareren Strukturierung der Wettbewerbe gewinnen auch die beiden wichtigsten Auszeichnungen, die auf dem Festival vergeben werden, an Kontur. Die deutliche Abgrenzbarkeit der Preisprofile voneinander sorgt für Transparenz in der Wettbewerbsgestaltung und ermöglicht zudem den Jurys eine fokussierte Entscheidungsfindung.

Alle Filme im Programm der Duisburger Filmwoche erhalten auf dem Festival auch in der neuen Wettbewerbsstruktur weiterhin die gleiche, ungeteilte Aufmerksamkeit. Jeder Vorführung folgt eine einstündige Diskussion mit den anwesenden Filmemacher*innen, die von den Mitgliedern der Auswahlkommission moderiert wird.

Neue Auswahlkommission berufen

Duisburg, 25. Juni 2019

Die Duisburger Filmwoche (4. bis 10. November 2019) setzt neue Akzente in der Programmgestaltung. Gudrun Sommer und Christian Koch, seit April mit der Leitung des Festivals betraut, haben eine sechsköpfige Auswahlkommission eingeladen, um gemeinsam mit ihnen das künstlerische Profil der Filmwoche fortzuschreiben. Die Kommission wurde für die kommenden zwei Jahre berufen.

Die Kölner Regisseurin Bettina Braun ist mit der Filmwoche gut vertraut. Die Grimme-Preisträgerin präsentierte unter anderem ihre Arbeiten „Was lebst Du?“ (2004) und „Lucica und ihre Kinder“ (2018) in Duisburg und wurde dort 2004 mit dem Publikumspreis der Rheinischen Post ausgezeichnet. Der Medienwissenschaftler und Filmjournalist Jan Künemund kennt die Filmwoche seit seinem Studium in Bochum und war im Rahmen seiner Tätigkeit für den Filmverleih Edition Salzgeber und die Universität Hildesheim immer wieder in Duisburg zu Gast. Mit Alex Gerbaulet und Anja Dreschke verstärken zwei Filmemacherinnen das Team. Dreschke, promovierte Ethnologin, arbeitet an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, ist Regisseurin und Ausstellungskuratorin. Alex Gerbaulet lehrte unter anderem an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und arbeitet als Filmemacherin und Produzentin bei der bereits auf der Filmwoche ausgezeichneten Berliner Produktionsfirma Pong. Aus Österreich ist der Autor und Filmvermittler Alejandro Bachmann berufen. Er war in den vergangenen Jahren Mitglied der ARTE-Jury und zuletzt mit einer Buchpräsentation zu dem von ihm mitherausgegebenen Band zu Werner Herzogs dokumentarischem Werk auf dem Festival eingeladen. Bereits 1997 hat der Schweizer Luc Schaedler mit seinem Film „Made in Hong Kong“ (1997) die Filmwoche und ihre Debattenkultur kennengelernt. Er ist Filmemacher und Produzent sowie aktuell Mitglied im Stiftungsrat von Swiss Films.

Die Auswahlkommission wird in den nächsten Monaten alle eingereichten Beiträge sichten und Mitte September das Programm zusammenstellen. Dabei halten Christian Koch und Gudrun Sommer am konzentrierten Programmprofil der Filmwoche fest: „Inmitten der Allgegenwärtigkeit von Second Screens ist genau dies die Kunst der Stunde: den Filmen auf der Leinwand ungeteilte Aufmerksamkeit widmen. Wir verzichten bewusst auf Nebenreihen und Parallelsektionen – keine leichte Entscheidung angesichts der Vielzahl und Vielfalt an dokumentarischen Produktionen, die uns jedes Jahr erreichen. Hinzu kommt, dass jeder Auswahlprozess mit einer großen Verantwortung gegenüber den Filmschaffenden und ihren Arbeiten verbunden ist. Wir setzen im Sichtungsverlauf wie in der Festivalwoche auf die intensive und kontroverse Auseinandersetzung, den genauen Blick und den Mut, auch unbequemen Filmen und ästhetisch kompromisslosen Positionen eine Bühne zu geben. Es freut uns sehr, dass sich die neu besetzte Auswahlkommission auf diese Herausforderung mit uns einlässt und ihre vielfältige Expertise und Debattenfreude in die Filmwoche einfließen wird.“

Wie bisher fungieren die Kommissionsmitglieder auch als Gastgeber*innen der Diskussionen nach den Filmvorführungen. Eine Festivalteilnahme umfasst daher auch die Einladung an die Autor*innen, persönlich nach Duisburg zu kommen und im Gespräch mit dem Publikum ihre Arbeiten zu reflektieren.

Die ersten Sichtungen starten Ende Juni, Einreichungen für das diesjährige Festival sind noch bis 30. August möglich.

Die Filmwoche wird ab diesem Jahr auch visuell auf neue Art und Weise wiedererkennbar sein: Das Kölner Bureau Mathias Beyer gestaltet seit diesem Jahr das Erscheinungsbild des Festivals.

 

Alejandro Bachmann
Kulturarbeiter mit Schwerpunkten im Vermitteln von und Schreiben über Film sowie in der Zusammenstellung von Filmprogrammen (mit Fokus auf dokumentarischen und experimentellen Formen). 2010 bis 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter, später Leiter des Bereichs Vermittlung, Forschung und Publikationen des Österreichischen Filmmuseums. Herausgeber von „Räume in der Zeit. Die Dokumentarfilme von Nikolaus Geyrhalter“ (Sonderzahl, 2015) und Co-Herausgeber von „Echos. Zum dokumentarischen Werk Werner Herzogs“ (Vorwerk 8, 2018), Associate Editor des Found Footage Magazine und des Film Education Journal. Lebt in Wien.

Bettina Braun
Ausbildung in London und Köln. Regisseurin, Autorin und Dozentin für Dokumentarfilm. Ihre Filme laufen auf nationalen und internationalen Festivals und erhalten diverse Auszeichnungen u. a. Filmpreis NRW für den Besten Dokumentarfilm, Medienpreis der Kindernothilfe, Phoenix Dokumentarfilmpreis, Publikumspreis der Duisburger Filmwoche. Für ihre Dokumentarfilm-Trilogie „Was lebst du?“ (2004/05), „Was du willst“ (2008), „Wo stehst du?“ (2011) erhielt sie 2013 den Grimme Preis Spezial. Bettina Braun ist Gründungsmitglied von LaDOC, Köln und Mitglied im Vorstand des Filmbüro NW e.V.

Anja Dreschke
Ethnologin, Filmemacherin und Kuratorin. Ihre Forschungsinteressen und Veröffentlichungen liegen im Bereich Theorie und Praxis an der Schnittstelle von experimenteller Ethnografie, essayistischem Film und künstlerischer Forschung. Unterrichtet audiovisuelle Anthropologie und Medienethnologie, zurzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medien-und Kulturwissenschaft an der Universität Düsseldorf. Realisiert Filme, Videoinstallationen und Fotoessays. Als Kuratorin arbeitet sie im Bereich von Ethnologie, Film und Kunst für Filmfestivals, Museen und andere Kulturinstitutionen.

Alex Gerbaulet
Filmemacherin und Produzentin in Berlin. Seit 2015 drei zum Teil mehrfach ausgezeichnete Kurzfilme: „Schicht“ (2015), „Tiefenschärfe“ (2017, zusammen mit Mareike Bernien) und „Die Schläferin“ (2018). Seit 2006 Lehrtätigkeit u. a. an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, der Kunsthochschule Kassel, der School of the Art Institute of Chicago und der Short Film Station der Berlinale Talents, sowie Mitarbeit in der Auswahljury des Kasseler Dokfest und des European Media Art Festivals in Osnabrück. Seit 2014 Teil der Produktionsplatform pong film in Berlin und hat dort seither u. a. an Filmen von Philip Scheffner, Dorothee Wenner und Khaled Abdulwahed mitgearbeitet.

Jan Künemund
Geboren in Schwerte (Ruhr). Literaturwissenschafts-, Soziologie- und Linguistikstudium in Bochum, Mitarbeit im Endstation Kino und beim Festival blicke. 2006 bis 2015 Text-, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Filmverleih Edition Salzgeber in Berlin. Redakteur des Queer-Cinema-Magazins Sissy. Dramaturgische Beratung bei Spiel- und Dokumentarfilmproduktionen, Co-Autor des Spielfilms „Lichtes Meer“ (2015). Seit 2015 Forschung und Lehre am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur der Universität Hildesheim. Promotionsprojekt zum Queer Cinema. Freier Filmjournalist, u. a. für Spiegel Online, Freitag, Taz und Filmdienst.

Luc Schaedler
Geboren in Zürich. 1986 bis 2002 Mitarbeit in der Programmation des Kino Xenix in Zürich. 1994 bis 1998 Studium der Ethnologie, Geschichte und Filmwissenschaft an der Universität Zürich. 2005 Promotion in Visueller Anthropologie mit seinem Dokumentarfilm „Angry Monk“. 1998 bis 2001 Mitarbeit beim Aufbau des Kinderfilmklubs Zauberlaterne in Zürich. Seit 1998 freischaffender Dokumentarfilmer und Produzent mit seiner Firma go between films: „Made in Hong Kong“ (1997), „Angry Monk“ (2005), „Watermarks“ (2013), „A Long Way Home“ (2018).

Filmeinreichungen für die 43. Duisburger Filmwoche

Duisburg, 4. April 2019

Ab sofort können hier Filme für die 43. Duisburger Filmwoche eingereicht werden. Unsere Auswahlkommission wird alle Arbeiten sichten und Mitte September das Programm zusammenstellen.

Die Filmemacher*innen bzw. Produzent*innen sollten in Deutschland, in Österreich oder in der Schweiz leben bzw. Angehörige dieser Staaten sein. Die Nominierung für einen Wettbewerb umfasst die persönliche Einladung der Regie zur Vorführung und Diskussion des Films auf dem Festival.

Details zum Reglement finden Sie hier. Einreichungen sind bis zum 30. August 2019 möglich.

Auf der Filmwoche werden Preise im Gesamtwert von 23.000 Euro verliehen: der mit 6.000 Euro dotierte 3sat-Dokumentarfilmpreis, der ebenfalls mit 6.000 Euro dotierte ARTE-Dokumentarfilmpreis sowie der mit 5.000 Euro dotierte Preis der Stadt Duisburg und die mit 5.000 Euro dotierte „Carte Blanche“ – Nachwuchspreis des Landes NRW. Die Rheinische Post stiftet den Publikumspreis (1.000 Euro).

Die Duisburger Filmwoche ist seit ihrer Gründung im Jahr 1977 der Ort für kritische und zugewandte Debatten über Dokumentarfilme – über ihre ästhetisch-künstlerischen Zugänge und ihr gesellschaftliches, politisches, ökonomisches Umfeld. Kurzum: Wir freuen uns auf Filme, die uns und unser Publikum herausfordern.

Neue Leitung für die Duisburger Filmwoche und doxs!

Duisburg, 27. März 2019

Die Stadt Duisburg hat mit Wirkung zum April 2019 Gudrun Sommer und Christian Koch mit der gemeinsamen Leitung der Duisburger Filmwoche und doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche betraut. Die Festivals finden in diesem Jahr vom 4. bis 10. November statt.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Gudrun Sommer und Christian Koch ein Leitungsteam gewinnen konnten, das über eine vielseitige Expertise verfügt“, erklärt Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. „Nach der erfolgreichen Ära Werner Ružičkas verspricht diese Doppelspitze Kontinuität, aber auch neue künstlerische Akzente.“

Gudrun Sommer und Christian Koch

Veränderung gibt es für die Festivals auch in struktureller Hinsicht, wie Thomas Krützberg, Leiter des Dezernats für Familie, Bildung und Kultur, Arbeit und Soziales der Stadt Duisburg, ausführt: „Die Kommune hat mit der finanziellen Absicherung von sechs festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beste Voraussetzungen geschaffen, um die Rahmenbedingungen und Qualität der Festivals langfristig zu stärken.“ Auf eigenen Wunsch sind die Verträge für die beiden Leitungspositionen zunächst auf zwei Jahre befristet.

In dem Vorhaben, eine engere Kollaboration auch mit lokalen Akteuren des Duisburger Kulturlebens anzustreben, werden Gudrun Sommer und Christian Koch von kommunaler Seite unterstützt. Volker Heckner, kommissarischer Leiter der VHS: „Der Anspruch der neuen Doppelspitze, lokale Verankerung und internationale Ausstrahlungskraft in Einklang zu bringen, ist eine vielversprechende Perspektive für die Festivals wie für die Bildungsregion Duisburg.“

Innerhalb der deutschen Kulturlandschaft ist die Filmwoche eine besondere Begegnungsstätte zwischen Filmschaffenden und dem Publikum. Gemeinsam sieht das Leitungsteam das Festival „als offenen Raum, der für das Gespräch über dokumentarisches Kino steht und einsteht. Wir setzen auf diese Duisburger Debattenkultur, wollen ihr und den Filmen kompromisslos Aufmerksamkeit widmen.“

Gudrun Sommer führt aus: „Ich verstehe die Filmwoche und doxs! als Work-in-Progress. Das Kino, ebenso wie die Öffentlichkeit sind dynamische Orte, deren Setzungen und Rahmenbedingungen stetig hinterfragt und neu verhandelt werden müssen. Nicht nur von uns als Leitung, sondern von und mit allen am Festival Beteiligten.“

Christian Koch macht weiter deutlich, mit welchem Antrieb das neue Team an den Start geht: „Mich interessieren innovative Formen der Zusammenarbeit mit Filmschaffenden, der Branche und dem Publikum in Duisburg. Unsere Herangehensweise ist offen für interdisziplinäre Impulse von außerhalb des Kinos. Das Festival muss sich auch aus der Stadt heraus weiterentwickeln.“

Dadurch, dass Gudrun Sommer und Christian Koch gemeinsam sowohl die Filmwoche als auch doxs! gestalten, werden sich die Festivals strukturell enger miteinander verzahnen, ohne dabei ihre programmatische Eigenständigkeit zu verlieren. Das inhaltliche Profil der Duisburger Filmwoche wird auch zukünftig in enger Zusammenarbeit mit einer künstlerischen Auswahlkommission entwickelt, die im Mai 2019 vorgestellt und ihre Arbeit aufnehmen wird.

Gudrun Sommer wurde 1973 in der Steiermark geboren und studierte Philosophie und Medienwissenschaften in Graz und Bochum. Für die Duisburger Filmwoche ist die Österreicherin seit 1997 in unterschiedlichen Funktionen tätig: von 1998 bis 2003 als Organisationsleitung, von 2002 bis 2009 als Mitglied der Auswahlkommission. 2002 gründete sie doxs! und entwickelte die Kinder-und Jugendsektion des Festivals zu einer anerkannten Marke in der europäischen Kinderfilmlandschaft.

Als Kuratorin und Programmberaterin arbeitete Gudrun Sommer zuletzt für die Diagonale, das Festival steirischer herbst, das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund/Köln, das Kindermedienfestival Goldener Spatz und das Goethe-Institut. Seit 2012 ist sie Jurorin des Grimme-Preises.

Für die RUHR.2010 konzipierte Gudrun Sommer gemeinsam mit Vinzenz Hediger und Oliver Fahle die Ringvorlesung und Publikation „Orte filmischen Wissens. Filmbildung im Zeitalter digitaler Netzwerke“ an der Ruhr-Universität-Bochum, wo sie neben der Universität Duisburg-Essen und der Athanor-Akademie Lehraufträge wahrnahm.

Christian Koch wurde 1971 in Bochum geboren und ist studierter Germanist und Historiker. Er arbeitet seit mehr als 15 Jahren in verschiedenen Leitungsfunktionen in Kultur- und Theaterinstitutionen, etwa für den Württembergischen Kunstverein Stuttgart, PACT Zollverein Essen oder das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. Derzeit leitet Christian Koch für die Stadt Wuppertal das Projektbüro für das dort geplante Pina Bausch Zentrum. Er war maßgeblich beteiligt an der Realisierung zahlreicher Ausstellungsprojekte, internationaler Koproduktionen der zeitgenössischen darstellenden Kunst und Performance, Festivals wie Theater der Welt, dem Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010, der Ruhrtriennale und verschiedener Debatten-, Diskurs- und Kunstvermittlungsformaten.

Christian Koch arbeitete als Produzent, Kurator, und Dramaturg in Medienkunst- und Theaterprojekten. Er veröffentlichte zu Positionen der Medienkunst sowie Kulturtheorie und -politik, zuletzt den Band „Komplement und Verstärker. Zum Verhältnis von Stadtentwicklung, künstlerischer Praxis und Kulturinstitutionen“, der im Sommer erscheint (Ko-Herausgeber mit Isabel Finkenberger, Eva Maria Baumeister; Jovis Berlin). Christian Koch ist Lehrbeauftragter für Kulturmanagement an der Folkwang Universität der Künste und der Universität Witten/Herdecke.

Die Stadt Duisburg und das Festivalteam freuen sich auf die Begegnungen im Rahmen der 43. Duisburger Filmwoche und doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche #18.

df43 #1 Festivaltermin und -vorbereitung

Duisburg, 5. Februar 2019

Liebe Dokumentarfilmfreundinnen und Dokumentarfilmfreunde,

jetzt den Termin sichern: Die Duisburger Filmwoche und doxs! laden vom 4. bis 10. November 2019 ins Filmforum am Dellplatz ein.

Erfreuliche Signale begleiten den Auftakt der diesjährigen Festivalvorbereitungen. Die Stadt Duisburg hat zugesichert, ihr Engagement ab 2019 deutlich zu erhöhen. Der Beigeordnete für Familie, Bildung und Kultur, Arbeit und Soziales, Thomas Krützberg, betont: „Es ist der Stadt Duisburg sehr wichtig, die Filmwoche und doxs! auch nach dem Ausscheiden des langjährigen Festivalleiters Werner Ružička dauerhaft auf eine stabile Basis zu stellen. Die im Januar beschlossene finanzielle Unterstützung wird den Festivals langfristige Perspektiven eröffnen.“

Die Volkshochschule Duisburg, Träger beider Veranstaltungen, steht mit der personellen Absicherung der Festivals sowohl für die geschätzte Kontinuität als auch für notwendige Veränderungsprozesse ein. Volker Heckner, kommissarischer Leiter der VHS, erhofft sich von diesem Schritt „die erfolgreiche Historie fortzuschreiben und gleichzeitig dem künstlerischen Team Raum für eine neue Akzentuierung zu ermöglichen.“

Mit dieser Entscheidung wird für die Filmwoche und doxs! in den kommenden Wochen eine Phase der Umstrukturierung eingeleitet. Einreichungen für die 43. Duisburger Filmwoche und die 18. Ausgabe von doxs! sind wieder ab April 2019 möglich.

Wir freuen uns auf zahlreiche Filmanmeldungen und einen regen Austausch über das dokumentarische Arbeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.